Ja …
Es ist so ein beruhigendes Gefühl.
Wenn du es weißt.
Wenn du mit dir absolut sicher bist:
Egal, was das Leben mir vor die Füße wirft.
Ich werde irgendwie damit klarkommen.
Ja, vielleicht wird es unangenehm oder unbequem.
Vielleicht werde ich schimpfen und fluchen.
Aber ich werde es letztlich irgendwie hinbekommen.
Egal, was kommt.
Punkt.
Weil in mir diese tiefe Gewissheit ist:
Ich habe schon so viel gemeistert.
Ich werde auch das meistern.
Und dieses Gefühl ist wie ein innerer Anker.
Ein Anker, der das Schiff an seinem Platz hält, wenn der Sturm kommt.
Aber wie kommst du zu diesem Gefühl?
Wie entwickelst du diese unerschütterliche Sicherheit?
Tatsächlich durch Achtsamkeit und Bewusstheit.
Und ich rede nicht über Räucherstäbchen.
Es geht um etwas viel Kraftvolleres:
Es geht darum, dass du lernst, den Raum zwischen einem Reiz und deiner Reaktion darauf zu erkennen.
Stell dir vor:
Jemand sagt etwas Verletzendes zu dir.
Ohne Achtsamkeit?
Du reagierst sofort. Automatisch.
Du verteidigst dich. Du schlägst zurück. Du machst dicht.
Mit Achtsamkeit?
Du spürst den Impuls. Du erkennst ihn.
Aber du musst ihm nicht folgen.
Dieser winzige Moment der Bewusstheit gibt dir die Macht zurück.
Und plötzlich bist du nicht mehr Opfer deiner Automatismen.
Plötzlich kannst du wählen, wie du reagieren willst.
Und so kommst du einfach besser mit den Dingen klar, die dir das Leben jeden Tag um die Ohren haut.
Oder schau dir deine Gefühle an.
Ohne Bewusstheit überrollen sie dich.
Die Angst lähmt dich. Die Wut reißt dich mit. Die Traurigkeit zieht dich runter.
Mit Bewusstheit?
Du spürst die Angst – du erkennst sie – aber du weißt, sie ist nur ein flüchtiges Gefühl
Und in dem Moment, indem du dich daran erinnerst, verschwindet sie schon wieder.
Du fühlst die Wut – du verstehst sie – und so musst du nicht destruktiv werden.
Du nimmst deine Traurigkeit wahr – mit Selbstmitgefühl – und so definiert sie dich nicht.
Du lernst, Gefühle als Informationen zu nutzen, nicht als Befehle.
Und so kommst du mit allem besser zurecht.
Und dann ist da noch etwas:
Deine inneren Geschichten.
Die Geschichten, die du dir selbst erzählst:
- “Ich schaffe das nicht.”
- “Ich bin nicht gut genug.”
- “Das wird sowieso schiefgehen.”
Ohne Bewusstheit hältst du diese Gedanken für Fakten.
Mit Bewusstheit erkennst du:
Das sind nur Gedanken, die sich irgendwann mal in meinem Kopf eingenistet haben. Aber es sind keine Wahrheiten. Es kann auch ganz anders sein.
Und plötzlich hast du die Wahl, ob du deinem Denken glauben willst oder nicht.
Also.
Wenn du das nächste Mal merkst, dass dich etwas aus der Bahn wirft:
Halt inne.
Nur für einen Moment.
Atme.
Und frage dich:
Was passiert gerade wirklich?
Nicht in deinem Kopf. Nicht in deinem Innenleben.
Sondern wirklich, da draußen, in der Realität.
Und dann fragst du dich:
- Was davon kann ich ändern?
- Was liegt außerhalb meiner Kontrolle?
- Welcher Gedanke feuert gerade in mir?
- Ist er wahr?
- Oder ist er nur eine alte Geschichte, die ich mir erzähle?
Diese kleinen Momente der Bewusstheit?
Die summieren sich.
Sie trainieren deine Fähigkeit, mit Unbehagen umzugehen.
Sie geben dir frühe Warnsignale, bevor du ausbrennst.
Sie zeigen dir, wo du deine Energie verschwendest.
Und Stück für Stück wächst dieses Gefühl in dir:
Ich komme mit allem klar.
Nicht, weil plötzlich alles leicht ist.
Sondern, weil du weißt:
Ich kann Pause drücken.
Ich kann hinschauen.
Ich kann wählen.
Und das macht dich immer stärker und stärker.
Das ist es übrigens auch, was man Resilienz nennt. Das ist es auch was wir im Projekt Innere Stärke trainieren.
Alles Gute für dich.
@Ralf Senftleben (Zeit zu leben)
Fotonachweis: unsplash.com / @Rebe Pascual







