Wenn dich die Dinge oft zu sehr mitnehmen, dann lies weiter.
„Ich hätte gern eine dickere Haut.“
Hast du das schon mal gedacht?
Ja. Wir wollen, dass uns nichts mehr trifft.
Keine Kritik. Keine Absage. Kein blöder Satz beim Familienessen.
Eine Schutzschicht aus Leder um deine Seele wäre gut. So richtig dick.
Nur wünschst du dir damit etwas, das du gar nicht haben willst.
Denn eine dicke Haut lässt nichts durch.
In keine Richtung.
Wer nichts Unangenehmes mehr spürt, spürt auch das Schöne nicht mehr.
Den Moment, wenn dein Kind sich nach Wochen wieder meldet.
Die Gänsehaut bei einem Lied im Auto.
So eine dicke Haut macht dich taub.
Und Taubheit fühlt sich ruhig an. Weil einfach nichts mehr ankommt.
Was besser ist als eine dicke Haut, ist Gelassenheit.
Und die funktioniert komplett anders.
Sie hat nichts mit einem Panzer zu tun.
Sie hat eher mit einem winzigen Abstand zu tun.
Dem Abstand zwischen „das trifft mich“ und „das wirft mich um“.
Bei uns liegen diese beiden Dinge direkt aufeinander.
Es trifft. Und wir liegen.
Bei gelassenen Menschen liegt dazwischen ein kleiner Spalt.
Sie fühlen es genauso. Ja, wirklich genauso.
Der Ärger kommt. Die Kränkung kommt. Und die Angst sowieso.
Nur werfen diese Dinge sie nicht mehr um. Sie nehmen das Gefühl wahr und gehen dann zum nächsten Tagesordnungspunkt über.
Ja, dieser Spalt ist der ganze Unterschied.
Und das Gute daran: Der Spalt lässt sich vergrößern.
Du kannst den Spalt vergrößern, indem du dich erinnerst.
Denk einmal an die Sache, die dich vor 3 Monaten umgeworfen hat.
Die Sache, bei der du dachtest: Da komme ich nie wieder heraus.
Du sitzt jetzt hier und liest diese Mail.
Und die Sache hat ihre Wucht verloren. Du fühlst sie kaum noch.
Du bist also herausgekommen.
Genau das ist Gelassenheit.
Und Gelassenheit hat wenig mit Charakter zu tun.
Sie ist gespeicherte Erfahrung mit dir selbst.
Die Erinnerung daran: Gefühle vergehen. Schmerz vergeht.
Du bist in deinem Leben schon oft getroffen worden.
Und jedes Mal bist du wieder aufgestanden.
Jedes einzelne Mal ist ein Beweis, der in dir gespeichert liegt.
Irgendwann sind so viele Beweise da, dass dein Kopf beim nächsten Schlag nicht mehr in Panik gerät.
Er weiß dann schon: Das kenne ich. Das geht vorbei.
Deshalb musst du nicht härter werden.
Du darfst weich bleiben.
Du darfst dich weiter berühren lassen.
Und trotzdem stehst du.
Berührbar und STANDFEST. Beides zusammen geht.
Wir verwechseln das nur ständig. Dabei steht der Beweis längst in deinem eigenen Leben.
Ganz praktisch kannst du dir diesen Spalt größer machen.
Nimm dir heute Abend 10 Minuten und einen Zettel.
Und schreib 5 Dinge auf, die dich in deinem Leben umgeworfen haben.
5 Dinge, die du überstanden hast.
Die Trennung. Der Job. Die Diagnose. Der Umzug. Was bei dir eben draufsteht.
Das ist deine Beweisliste.
Und wenn dich das nächste Mal etwas trifft, dann hol den Zettel hervor.
Nicht um dich zu trösten.
Eher um dich zu erinnern: Ich bin schon 5-mal stehen geblieben.
Und wenn du bei der Gelassenheit noch tiefer einsteigen willst, dann habe ich eine Einladung für dich.
Im Inneren Kreis nehmen wir uns den ganzen August genau diesen Spalt vor. Den Spalt zwischen den doofen Dingen und deiner eigenen Entspanntheit.
Wir gehen von der Dauer-Problemsuche hin zu echter Gelassenheit.
Wenn du magst, bist du ab August dabei.
Das Ziel ist nicht, dass dir irgendwann alles egal ist.
Es geht darum, dass du im Sturm stehen bleibst.
Und dass du dabei weißt: Er geht vorüber.
So wie alle davor auch.
Alles Gute für dich.
@Ralf Senftleben (Zeit zu leben)
Fotonachweis: unsplash.com / @Richard Jacobs







