Das Leben verteilt die Karten und dein Job ist es, das Beste aus deinen Karten zu machen.
Ich finde diesen Gedanken sehr nützlich.
Denn er erinnert mich daran, dass du in deinem Leben nicht alles unter Kontrolle hast.
Natürlich kannst du auch einiges lenken im Leben. Sagen wir lieber mit beeinflussen.
Aber wie es letztlich wird … das liegt manchmal jenseits deines Einflussbereichs.
Also … dein Job ist es, das Beste aus deinen Karten zu machen.
Und dazu gehört auch, dass du damit umgehen kannst, wenn das Leben dir eine richtig mistige Karte austeilt.
Die Ich-Wurde-Verlassens-Karte oder die Verlust-Karte oder die Auf-Die-Fresse-Geflogen-Karte.
Oder, wenn es ein kleineres Beispiel aus meinem Leben sein darf: Die Lohnsteuer-Außenprüfungs-Karte. Wer braucht sowas?
Und bei all diesen Dingen kommt unsere Resilienz ins Spiel. Unsere innere Stärke.
Aber lass uns zuerst über ein Missverständnis reden.
Denn das größte Missverständnis über Resilienz ist:
dass dich dann nichts mehr umhauen kann.
Dass du wie ein Fels in der Brandung stehst, während um dich herum alles zusammenbricht.
Dass du zum emotionalen Superhelden wirst, dem nichts mehr etwas anhaben kann.
Aber so funktioniert Resilienz nicht.
Resilienz bedeutet NICHT, dass dich nichts mehr trifft.
Resilienz bedeutet, dass du schneller wieder aufstehst, wenn dir das Leben einen Schlag in den Nacken gegeben hat.
Dass du nach dem Sturz nicht liegen bleibst und dich von deinen eigenen trüben Gedanken zermalmen lässt.
Resilient sein heißt: Du spürst den Schmerz. Du fühlst die Enttäuschung. Du erlebst die Trauer.
Aber du erstarrst nicht darin. Du lässt dich davon nicht auffressen.
Du bleibst dann bei dir. Du bleibst beweglich.
Das ist der Kern: Flexibilität.
Resiliente Menschen sind nicht hart wie Stein. Sie sind biegsam wie eine Weide im Sturm.
Sie lassen sich vom Leben durchschütteln, ohne zu zerbrechen.
Warum?
Weil sie verstanden haben: Das Leben läuft nicht nach Plan.
Und wenn du dich an einen einzigen Plan klammerst, zerbrichst du, sobald dieser Plan zusammenkracht.
Flexibilität bedeutet: Du kannst umschwenken. Du kannst neue Wege finden. Du kannst sagen:
„Okay, das hier funktioniert nicht. Was kann ich stattdessen versuchen?“
Ohne dabei dein ganzes Selbstwertgefühl an den Misserfolg zu koppeln.
Aber Flexibilität allein reicht nicht.
Du brauchst auch Hoffnung.
Nicht die naive „Alles wird gut“-Hoffnung.
Sondern die stille, tiefe Gewissheit: Ich werde einen Weg finden.
Diese Art von Hoffnung ist kein Wunschdenken.
Sie ist ein Commitment an dich selbst.
Du sagst dir:
„Ich weiß noch nicht, wie. Ich weiß nicht, wann. Aber ich werde damit zurechtkommen. Ich werde es irgendwie hinbekommen.“
Und eines ist wichtig, zu begreifen:
Resilienz ist keine Eigenschaft, die du entweder hast oder nicht.
Sie ist eine Fähigkeit, die du trainierst.
Indem du auf achtsame Art deine Flexibilität, dein Vertrauen und deine Hoffnung trainierst. Und das alles auf einem Fundament von Selbstmitgefühl.
Und wenn du das trainierst, merkst du das relativ schnell im Alltag.
Dann bleibst du bei Kleinigkeiten ruhig, die dich vorher aufgeregt haben.
Du merkst dann sofort: nein, das ist kein echter Sturm. Das ist nur ein Windhauch, den ich früher zu einem Drama aufgeblasen habe.
Das ist innere Stärke.
Und diese innere Stärke ist vielleicht das beste Investment, das du je machen kannst.
Weil sie dir niemand nehmen kann.
Weil sie mit dir wächst, mit jedem Sturm, den du durchstehst.
Ja, das Leben wird dir weiterhin Karten austeilen. Gute und schlechte.
Dein Job ist es, das Beste aus allem zu machen.
Und mit jedem Mal, wo dir das gelingt, wirst du ein wenig stärker.
Ein bisschen resilienter.
Ein bisschen mehr du selbst.
Alles Gute für dich.
@Ralf Senftleben (Zeit zu leben)
Fotonachweis: unsplash.com / @Levi Meir Clancy







