Zwei Frauen sitzen im Konferenzraum, alle reden durcheinander, es ist wild und laut.
Eine Frau wird irgendwie immer kleiner, sie redet immer schneller, sie fängt an, sich zu rechtfertigen.
Eine andere Frau sitzt da und sagt nach einer halben Minute einen einzigen, klaren Satz.
Sie ist nicht lauter geworden. Aber sie wirkt stabil und gelassen.
Irgendetwas in ihr steht einfach fester am Boden als bei den anderen.
Du beobachtest sie und denkst leise: Hui, sie ist anders gestrickt als ich.
Ja, solche Menschen wirken wie Naturtalente. Wie ruhige Inseln, die einfach so geboren wurden.
Aber das stimmt meistens nicht.
Fast alle Menschen, die so klar im Sturm stehen, waren früher mindestens genauso unruhig wie du jetzt.
Sie haben nur irgendwann etwas gelernt, was die meisten ihr Leben lang nicht lernen.
Innere Ruhe ist die Fähigkeit, im Sturm gerade und aufrecht zu bleiben.
Ja, es ist keine Eigenschaft, kein Charaktermerkmal.
Innere Ruhe ist ein Können. Etwas, das man lernen kann wie Klavierspielen.
Also … ja, etwas, das du üben kannst.
Es sind 3 Dinge, die diese Menschen irgendwann gelernt haben.
- Sie merken früh, was gerade in ihnen los ist. Bevor das Gefühl die Regie übernimmt.
- Sie schaffen einen winzigen Spalt zwischen Reiz und Reaktion. Eine kleine Pause, in der sie wieder sie selbst werden.
- Sie halten sich in dieser Pause selbst, anstatt sich davon spülen zu lassen.
Jeder dieser 3 Schritte ist trainierbar.
Nur eben anders, als du vermutlich denkst.
Bücher liest du in 2 Stunden.
Dann weißt du etwas.
Was nicht bedeutet, dass du es kannst.
Der Unterschied zwischen „Ich verstehe das“ und „Ich kann das“ liegt in den kleinen Übungen, die nach dem Aha-Moment kommen.
Genau deshalb scheitern so viele Versuche, ruhiger zu werden.
Du liest etwas Kluges, nickst innerlich, und 3 Tage später ist alles wieder beim Alten.
Zwischen Verstehen und Können liegt ein Tal, das du nur durch tägliches, kleines Üben überquerst.
Du kannst trotzdem heute schon den ersten Schritt machen.
Jeder von uns hat diese Kleinigkeiten, die einen nerven. Jeden Tag.
Und wenn du heute auf so einen Nervpunkt stößt, dann halte einmal kurz inne.
Frag dich leise: „Was fühle ich gerade eigentlich?“
Mehr brauchst du nicht.
Das ist der erste Schritt aus dem alten Reflex heraus.
Eine einzelne Übung ist eine Insel im Meer.
Sie hilft dir heute Abend. Vielleicht morgen auch noch.
Was den Unterschied im echten Leben macht, ist die Wiederholung, Tag für Tag.
Mit klarer Struktur. Mit täglichem kleinen Anstoß. Mit jemandem, der dich erinnert, wenn du es vergisst.
Sonst gehst du nach 3 Tagen wieder unter im Alltag, und der gute Vorsatz löst sich auf.
Genau deshalb gibt es das Projekt G. Montag früh um 11 startet die erste Runde.
30 Tage am Stück. Jeden Tag eine kleine, klare Übung, die genau diese 3 Bausteine in dir aufbaut.
Wenn du diese Ruhe im Sturm auch in dir tragen willst – schau es dir an.
Vielleicht ist das hier der Moment, an dem das anfängt, sich zu ändern.
Alles Gute für dich.
Ralf Senftleben (Zeit zu leben)
Fotonachweis: unsplash.com / @Sean Oulashin







